ABTTF-Präsident: „Wir verurteilen sämtliche rechtswidrigen und illegitimen Praktiken des griechischen Staates, die auf der Usurpation von Rechten beruhen. Die Mufti-Frage ist unmittelbar mit der religiösen, aber auch mit der kulturellen und sozialen Identität der türkischen Volksgruppe in West-Thrakien verbunden. Daher ist jede Praxis, die den Willen der türkischen Volksgruppe missachtet, indem unsere durch die Verträge garantierten Rechte usurpiert werden, weder legitim noch tragbar.“
Gemäß Gesetz Nr. 4964/2022 wurden unsere Mufti-Ämter, die eigentlich autonom sind, in öffentliche Ämter auf Ebene der Generaldirektion unter dem Ministerium für Bildung und Religiöse Angelegenheiten umgewandelt. Dieses Gesetz, gegen das sich die türkische Volksgruppe in West-Thrakien stets ausgesprochen hat, sieht vor, dass die Muftis von den vom Ministerium bestimmten Gremien gewählt und ernannt, und als Beamte fungieren werden. Anschließend wurden diejenigen Regelungen erlassen, die die Mufti-Ämter vollständig unter staatliche Kontrolle stellten. Im Januar 2026 wurde ein Mufti für Didymoteicho ernannt, und im Februar 2026 wurde ein neues Ernennungsverfahren für die Mufti-Ämter in Xanthi und Komotini für die Amtsdauer von 5 Jahren eingeleitet.
Das in Didymoteicho durchgeführte Verfahren, das als „Mufti-Wahl“ getarnt war, ist in Wirklichkeit nichts anderes als eine staatliche Ernennung ohne demokratische Legitimität. Der Versuch, heute in Komotini und Xanthi ein ähnliches Verfahren anzuwenden, zeigt, dass unser Land, Griechenland, weiterhin an dieser verfehlten Politik festhält.
Die genannten Praktiken verstoßen nicht nur gegen demokratische Prinzipien, sondern auch gegen das Völkerrecht, insbesondere gegen den Vertrag von Athen von 1913 und den Friedensvertrag von Lausanne von 1923. Darüber hinaus ist dieser Ansatz mit europäischen Menschenrechtsstandards unvereinbar.
Diese Entscheidungen, die in letzter Zeit umgesetzt wurden, geben zudem Anlass zu ernster Besorgnis, dass es sich bei diesem Prozess nicht nur um eine administrative Maßnahme handelt, sondern um einen geplanten Ansatz, der das Potenzial hat, soziale Spannungen zu schüren.
„Wir verurteilen sämtliche rechtswidrigen und illegitimen Praktiken des griechischen Staates, die auf der Usurpation von Rechten beruhen. Das Recht der türkischen Volksgruppe in West-Thrakien, ihre eigenen religiösen Oberhäupter zu wählen, steht nicht zur Debatte. Als die türkische Volksruppe fordern wir die Wiederherstellung unseres völkerrechtlich garantierten Rechts. Jeder gegenteilige Schritt würde das Problem nur verschärfen, anstatt es zu lösen. Die Mufti-Frage ist unmittelbar mit der religiösen, aber auch mit der kulturellen und sozialen Identität der türkischen Volksgruppe verbunden. Daher ist jede Praxis, die den Willen der türkischen Volksgruppe missachtet, indem unsere durch die Verträge garantierten Rechte usurpiert werden, weder legitim noch tragbar. Wir möchten klarstellen, dass wir unsere Rechte weiterhin lautstark im In- und Ausland gegen diese rechtswidrigen und illegitimen Praktiken einfordern werden“, sagte Halit Habip Oğlu, Präsident der Föderation der West-Thrakien Türken in Europa (ABTTF).