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Batı Trakya

Identität und Vereinigungsfreiheit

Eine Minderheit, die kein Recht hat, sich national auszudrücken 

Bis zu den ersten Jahren der Junta wurde die Minderheit als die türkische Minderheit bezeichnet. Seit der 1985 endgültig festgelegten "Enttürkisierung" ist sie nur noch eine muslimische Minderheit. Der Gebrauch des Adjektivs "türkisch" ist bei Strafe verboten.

Das Recht, sich als türkisch zu bezeichnen, kommt unter den Rechten, die der Minderheit vorenthalten sind, und um deren Erlangung die Minderheit kämpft, an erster Stelle.

"Enttürkisierung" und eine dem Balkan eigene rassistische Assimilierung

Noch in der Ära der Militärdiktatur (1967„74) wurde die Bezeichnung "türkische Minderheit" allmählich in "muslimische Minderheit" verwandelt. Mitte der 80er Jahre wurde endgültig verboten, die Minderheit "türkisch" zu nennen; Minderheitenvereine, deren Namen das Wort "türkisch" beinhalteten, wurden per Gerichtsbeschluß verboten. Nunmehr wurden die Angehörigen der Minderheit als griechische Moslime bezeichnet.

Man sagt, das es kein Zufall sei, da diese Enttürkisierungsaktion in Griechenland in eine Zeit fällt, in der das Jivkov„Regime im benachbarten Bulgarien seine gewaltsame Bulgarisierungspolitik in Bezug auf die bulgarischen Türken verstärkt hat. Damals hat der griechische Ministerpräsident Andreas Papandreou Bulgarien besucht und besprach mit Todor Jivkov in Haskova das Problem der muslimischen (türkischen) Minderheit.

Heute ist der Gebrauch des Wortes "türkisch" in Bezug auf die Minderheit nicht erlaubt. Einige Angehörige der Minderheit wurden vor Gericht gestellt, weil sie beim Erwähnen der Minderheit das Wort "türkisch" gebrauchten; sie wurden wegen "Verbreitung falscher Berichte" verurteilt. Zuletzt im Jahre 1997 wurden 14 Lehrer der türkischen Minderheit zu einer Haftstrafe von je8 Monaten verurteilt, weil sie in einer schriftlichen Erklärung von "türkischer Minderheit, türkischen Schulen, türkischen Lehrern" sprachen.

In letzter Zeit wurden die Assimilierungsbemühungen auf die Behauptung, die Minderheit bestehe aus verschiedenen Rassen, konzentriert. Zu diesem Zweck werden in der Minderheit Gruppen unterschiedlicher rassischer Herkunft gesucht und erfunden. Es wird versucht, unter den Gruppen nationalistische Gegensätze herbeizuführen, und behauptet, da diese aufgrund ihres Bluts, ihrer Gene und ihres Schädels nichts mit der türkischen Rasse zu tun hätten, und das sie islamisierte Christen seien. Es wird daran gearbeitet, sie zur "Rückkehr zu ihrer ursprünglichen Religion, der Orthodoxie, aufzufordern.

Diese rassistischen Aktionen werden als "anti„ rassistisch, fortschrittlich und demokratisch" hingestellt und mit dem Anspruch, "die Kulturen nationaler Gruppen zu schützen und zu pflegen", durchgeführt.

Somit wird auf eine grobe und lächerliche Art und Weise versucht, „obwohl seitens der Minderheit nicht gefordert„ durch Einmischungen, Propaganda und Versprechen künstliche Gruppen angeblich historisch hellenischer Herkunft und nationale Identitäten zu schaffen, während die nationale türkische Identität in der Minderheit mißachtet wird.