Die Kultur im Ruhrgebiet hat viele Gesichter. Seit Jahrhunderten ist diese Region ein Schmelztiegel. Einwanderern aus Polen, der Türkei , aus Griechenland, italien und vielen weiteren Ländern (nicht nur) Europas versprach das Ruhrgebiet ein besseres Leben. Die gemeinsame Kultur der Einheimischen und der Einwanderer war eine "Kultur der Arbeit". Mit dem Ende der industriegesellschaft ist dieses verbindende Element nicht mehr selbstverständlich gegeben. Das Zusammenleben von Menschen aus über hundert Nationen braucht heute neue Gemeinsamkeiten, um erfolgreich die Zukunft dieses drittgrößten europäischen Ballungsraums gestalten zu können. Kultur ist dabei ein wichtiger Faktor, vielleicht sogar der Motor dieses Prozesses. So wie die unbekannte Kultur eine Kluft zwischen den Menschen aufreißen kann, ängste schürt und Konflikte provoziert, ist die bekannte, erlebte Kultur ein Bindeglied und wird zur Brücke zwischen den unterschiedlichen Lebenswelten.
Kulturen haben keine klaren Grenzen. Sie sind - wie das Ruhrgebiet selbst - charakterisiert durch vielfältige Verflechtungen, Durchmischungen und Verschmelzungen. Vor allem die zahlenmäßig starke kulturelle Szene der türkischstämmigen Einwanderer im Ruhrgebiet steht in diesem besonderen Spannungsfeld zwischen Tradition und Moderne, wo ethnische Zuweisungen und nationale Konzepte keine Orientierung mehr geben. Musiker, Schauspieler Tänzer, Performer und Autoren aus der 2. oder 3. Generation der Einwanderer prägen eine ruhrgebietsspezifische Transitkultur, in der neue künstlerische Sprachen in der Konfrontation mit dem Alltag entstehen und interkulturelle Netzwerke neu entstehen. Damit gewinnt die aktuelle Kunst und Kulturszene der Region wichtige Akteure hinzu, die jenseits folkloristischer Verrenkungen und "multikultureller" Klischees von dem handeln, was wirklich ist: "Melez"
"Melez" ist türkisch und bedeutet soviel wie "Mischling". Es steht damit für den Kampf um identität, für die Kraft, fremde Orte in Heimat zu verwandeln, und für die Wut darüber, dass die neue Heimat oft genug fremder erscheint als die Fremde. "Melez" steht ab sofort aber auch als Name für ein Fest, das die Kunst der Vermischung und die Kultur der Mischlinge auf die prominente Bühne der Jahrhunderthalle hebt, um aus der Kraft der herrschenden Gegensätze einen ehrlichen Dialog über die Zukunft der Region zu entwickeln. Aus der Montagehalle für die Kunst im Bochumer Westpark soll also einmal im Jahr eine Montagehalle der vagabundierenden identitäten und ein Klangraum für die vielen Zungen entstehen, mit denen Europa im Ruhrgebiet heute noch spricht. "Melez" ist ein Kunstfestival für Musik, Tanz, Theater, Literatur und Performance, das den künstlerischen Grenzgängern zwischen den Welten Gelegenheit gibt, ihre Entwürfe einer "Stadt der Kulturen" für das Ruhrgebiet im Kulturhauptstadt-Jahr 2010 vorzustellen.
www.melez.de
Freitag 28.10.2005
10.30 - 11.45 Uhr, Halle 4
Moderner Tanz
„Modern Dance Turkey“ (Ankara)
Schulvorstellung
Chor: Bürge Öztürk, Barak Marshall, Devrim Ileri, Dieter Baumann
(Kooperation Kunststiftung NRW)
Festivalauftakt
18.00 - 18.30 Uhr, Foyer Halle I
Ansprache Botschafter, Ministerium
(Aktion, Enthüllung, mit Pressestatements)
Ansprache Vertretern Schirmherren Botschafter, Ministerium, Oliver Scheytt
18.30 - 19.00 Uhr, Halle 1 Bühne West
Moderner Tanz / Uraufführung
„Kalligrafia“, Yol Tanz (Köln),
Chor.: Suna Göncü
(Kooperation Kunststiftung NRW)
20.00 - 22.00 Uhr, Halle 4
Moderner Tanz / Deutschlandpremiere
„Control“, Modern Dance Turkey (Ankara)
Chor.: Bürge Öztürk
Weitere Choreografien von: Barak Marshall,
Dieter Baumann
(Kooperation Kunststiftung NRW)
22.00 – 23.00 Uhr, Halle 3
Klavierkonzert, Jazz
Aydin Esen
(Kooperation Klavierfestival Ruhr)
Samstag 29.10.2005
11.00 - 16.00 Uhr, Foyer EG Ost und West
Bazar
Hochkulturbazar/ Kulturkalenderbörse
(mit u.a. Dost Buch- und CD-Handlung SeberMuzik,
div. regionalen Veranstaltern und Künstlern)
11.00 – 12.30 Uhr, Cafe OG West
Forum I
„Deutsch-Türkischer Kulturrat NRW: Nur eine Vision?“
Seit Jahrzehnten in der Debatte, immer wieder verschoben: brauchen wir einen Deutsch-Türkischen Kulturrat NRW oder sprechen wir von einem Papiertiger?
Diskurs Melez, Zafer Senocak, Dr. Christian Esch, Tayfun Demir
(Kooperation NRW Kultursekretariat)
12.00, 13.30, 15.00, 16.30, 18.00 Uhr, Bus auf dem Vorplatz
„Wir haben Glück gehabt“ (AT)
Regie: Günfer Cölgecen
12.00 – 13.30, Zelt, Film
„Crossing the Bridge - The Sound of Istanbul“,
D. 2005, 90 Min., Regie: Fatih Akin
Mit "Gegen die Wand" gelang Fatih Akin der Durchbruch. Für seinen neuen Film begab sich der deutsch-türkische Regisseur dahin, wo Orient und Okzident sich Gute Nacht sagen. Heimgekehrt ist er mit einer faszinierenden Dokumentation über die Musikszene Istanbuls.In "Crossing the Bridge" begleitet Akin den Mann nach Istanbul, dem er die Tonspur von "Gegen die Wand" verdankt. Alexander Hacke, hauptberuflich Bassist der Berliner Avantgarde-Rocker "Einstürzende Neubauten" und nebenamtlich Toningenieur und Soundtracker, hatte schon für Akins letzten Film in der türkischen Haupstadt Musik aufgezeichnet. Fasziniert von der musikalischen Vielfalt der Mega-Metropole am Bosporus, überzeugte er Akin, sie filmisch zu porträtieren.
12.30 – 13.30 Uhr, Halle 1 Bühne West
Konzert
Transorient Orchester und Afir Ensemble
Das Transorient Orchestra ist ein 2003 neu gegründetes Projekt, geleitet von Andreas Heuser und Kazim Çalisgan, die eine langjährige musikalische Freundschaft verbindet (Çalisgan & Heuser / babajam / world music meeting / ...). Es vereint einige der kreativsten und erfahrendsten, im kulturellen Schmelztiegel Ruhrgebiet ansässigen MusikerInnen der Weltmusik-Szene, mit musikalischen Wurzeln in Deutschland, der Türkei, dem Iran, Tunesien, Rumänien und Indien - etwa 15 musikalische Individualisten bilden einen gemeinsamen, orchestralen Klangkörper. Das Transorient Orchestra vollführt eindrucksvoll und vielfältig den musikalischen Brückenschlag zwischen Orient und Okzident, zwischen Tradition und Moderne. Fantasievoll werden musikalische Einflüsse vom Balkan, aus dem arabischen Raum, aus der Türkei und dem fernen Osten aufgegriffen und mit Zutaten aus Jazz und Rock zu spannenden Kompositionen verarbeitet - werden jahrhundertealte überlieferte Stücke in neue, klangfarbenprächtige Gewänder gekleidet.
Mit überwältigender Spiel- und Improvisationsfreude präsentiert das Transorient Orchestra sowohl mystische Balladen als auch rhythmisch komplexe und mitreißende Uptempo-Stücke, gibt den Musikern Raum, ihre vielfältigen Fähigkeiten zu entfalten und nimmt seine Zuhörer mit auf eine spannende und kurzweilige orientalisch-westliche musikalische Reise.
13.30 – 15.30 Uhr, Zelt
Forum 2
Deutschtürkische FilmemacherInnen im Gespräch mit u.a. Ayse Polat und Hatice Ayten
Die dritte Generation der Migrationsbewegung hat auch die Kamera selbst in die Hand genommen. Wollen deutschtürkische RegisseurInnen, wenn sie in Deutschland drehen, wirklich das zum Ausdruck bringen, was man ihnen häufig unterstellt: diese Mischung aus Vertrautheit und Fremdheit, Verständnis und Eigensinn und den genauen Blick auf die soziale Realität des Landes? Und was wollen sie wem sagen, wenn sie Türkei zum Schauplatz ihrer Filme machen? Diesen und anderen Fragen stellen sich:
Ayse Polat /Hamburg. Ayse Polat ist kurdische Deutsche, deren jüngster Film "En Garde" 2004 in Lucarno mit dem Silbernen Löwen ausgezeichnet wurde.
Hatice Ayte /Duisburg. Ihr Film über (deutsch)türkische Lesben und Schwule in Istanbul und Deutschland ist am 30. August '05 auf ARTE zu sehen.
Weitere RegisseurInnen sind angefragt.
In Kooperation mit Blicke aus dem Ruhrgebiet
Moderation: Gabi Hinderberger
14.00 – 15.00 Uhr, Halle 1 Bühne West
hip-hop und breakdance performance
Bandbreite – TNT
Sprechgesang mit groovender Popmusik und dazu halsbrecherische Battles und das alles aus Duisburg. Gemeinsam mit der TNT-Crew (Break-Dance) werden die Hip-Hopper "Bandbreite" in der Bochumer Jahrhunderthalle eine Performance der Extraklasse anbieten. Wer Rap Musik für niveaulos hält, wird mit der Bandbreite eines besseren belehrt. Waschechte Ruhrpott-Mundart ist in den deutschsprachigen Raps und Gesängen deutlich auszumachen. Die Texte von Franky und Wojna haben Message, die sie mit Wortwitz und Charme ihren Zuhörern zu vermitteln wissen. Politisch, witzig, bissig. Die TNT-Crew aus Duisburg, Oberhausen und Dinslaken hat sich mit halsbrecherischen Battles zahlreiche erste Plätze bei bundesweiten Wettbewerben, unter anderem den Duisburger Tanztagen 2004, einen Spitzenplatz in der Break-Dance-Szene erkämpft.
15.00 –16.00 Uhr, Cafe OG West
Zafer Senocak liest Gedichte
Zafer Senocak, geboren 1961 in Ankara, aufgewachsen in Istanbul und München veröffentlicht seit 1980 Gedichte, Prosa, Romane und Essays in deutscher und türkischer Sprache. Auf viel Beachtung stießen seine in deutschen Tageszeitungen publizierten Essays zur deutsch-türkischen Kultur, zur politischen Entwicklung in der Türkei und im Nahen Osten, sowie zur Frage einer sich neu formierenden muslimisch-europäischen Identität.
Senocak ist aber vor allem Lyriker. Er stellt seinen so eben im Babel Verlag, München, erschienen Gedichtband „Übergang“ (Ausgewählte Gedichte 1980-2005) vor. Gedichte in deutscher Sprache, deren Inspirationsquellen bis zur anatolischen Mystik reichen, aber auch den Traditionen der Moderne verpflichtet sind.
16.00 - 18.00, Zelt
Film
„Egreti Gelin - die Pseudo-Braut“
Gr./Tr. 2005, 120 Min., Regie: Atif Yilmaz
Der 18-jährige Ali, Sohn des Bürgermeisters, soll mit Nese, Tochter der Nachbarn verheiratet werden. Natürlich spielt bei diesem Vorhaben der Entschluss, die Geschäfte beider Familien unter einem Dach zu fusionieren, eine entscheidende Rolle. Doch Ali hat ganz andere Träume, nicht die Ehe, sondern die Bühne ist sein Ziel. Als ein Schauspieler aus der Riege eines Wandertheaters abhaut, plant Ali ihn zu ersetzten. Außerdem möchte er viel lieber Motive für Textilstoffe entwerfen. Kurzum, er lebt ein kreativ, verträumtes Leben, nicht ganz im Sinne seiner Familie. Zu allem Überfluss hat Ali noch keine sexuelle Erfahrung mit einer Frau. Auf Druck der Mutter, beschließt die Familie Ali eine "Pseudo-Braut" zu besorgen, die so genannte „Egreti Gelin“.
17.30 – 18.30 Uhr, Cafe OG West
Konzert / Ertugrul Coruk Trio
Eine Stunde lang wird der in Dortmund lebende Musiker Ertugrul Coruk mit seinen Musikerkollegen die Zuschauer in seinen Bann ziehen. Dass ihnen das gelingt, beweisen die regelmäßigen Auftritte u.a. bei der Kemnade Bochum 2005. Der begnadete Saxophonist entführt mit seinem Trio die Jazzwelt in das weite Reich anatolischer Volkweisen und orientalischer Rhythmen. Stilistisch fügen sie immer wieder Jazz-, Funk- und Klassik-Elemente ein und geben so dem Ganzen seinen unverwechselbaren Sound.
18.00 - 19.00 Uhr, Zelt
Forum 3 / Interview
Interview mit Müjde Ar, Schauspielerin: Die Rolle der Frau im türkischen Film
Mit Müjde Ar ist eine Schauspielerin nach Bochum eingeladen worden, die die türkische Kino- und Filmszene seit den 80er Jahren wie kaum eine andere beeinflusst hat. Sie thematisierte das sexuelle Verlangen türkischer Frauen schon zu einer Zeit, als Kino und Fernsehen noch das traditionelle Bild der Dorffrau propagierten. Gemeinsam mit Hülya Avsar und Zuhal Olcay zählte Müjde Ar in den 80er Jahren zu den gefragtesten Darstellerinnen der Türkei. Im Interview äußert sich Müjde Ar zu der Rolle der Frau im türkischen Film.
20.00 - ca. 23.00 Uhr, Halle 3
Konzert
Popmusik aus der Türkei und Deutschland
Sezen Aksu
Karten ab 22.8. an allen VVK über CTS
Der Höhepunkt der Veranstaltung Melez-Festival ist sicherlich das Konzert der Popikone Sezen Aksu. Bekannt geworden in den 70er Jahren u.a. mit „Kaybolan Yillar“ (Verlorene Jahre), hat sie es geschafft sowohl als Songwriterin als auch als Sängerin die Herzen ihrer Fans zu erobern. Aksu wurde am 13. Juli 1954 in Izmir geboren. Ihre professionelle Musikkarriere begann schon in den 70er Jahren. Nach erfolgreichen Auftritten in der Film- und Musicalwelt gelang ihr mit dem Album „Git“ (Geh’!) der Durchbruch und wurde die Nr. 1 der türkischen Pop-Musik. Sie ist heute immer noch die unangefochtene Nr.1 der türkischen Popmusik.
im Anschluss:
Café OG Ost, Cafe OG West, Foyer EG West
Global Player Party (Funkhaus Europa)
Global Player, der Funkhaus Europa Club, steht direkt in Verbindung mit dem musikalischen Geschehen von FHE. Präsentiert werden unter wechselnden Mottos DJ-Sets und Showcases fernab der Mainstream-Hitparaden. Ob Balkan-Newlook, Reggaeton, Bhangra & Bollywood, Afrobeat-Renaissance, Istanbul-Grooves oder Maghreb Underground: DieBesucher von Global Player dürfen sich auf urbane Beats zwischen der immer wichtiger werdenden lokalen Tradition und Club Culture freuen. Für Melez treten Kosta Kostov sowie DJ Vural & DJ Symbol als Global Player-Djs auf.
In den letzten 7 Jahren ihrer Zusammenarbeit haben DJ Vural & DJ Symbol eine ausgefeilte Technik entwickelt. Agierend nach dem Ping-Pong-Prinzip, suchen sie stets nach dem richtigen Party-Flow, in dem sie sich ständig abwechseln und dadurch kontinuierlich neue, frische Soundideen kreieren.
Dj Vural ist eher zuständig für Türkpop. Sein Partner DJ Symbol glänzt mit Black Music, House und Hip Hop. DJ Kosta Kostov hat bereits Erhebliches zur musikalischen Balkanisierung des Rheinlandes beigesteuert.
Der typische ungerade Takt von Horo, Racenitza, Cocek, Rembetika und Klezmer
reimt sich bei ihm auf Drum'n'Bass und Breakbeat, Ska und HipHop oder Dub.
Sonntag 30.10.2005
12.00 – 16.00 Uhr, Foyer EG Ost und West
Bazar
Hochkulturbazar/ Kulturkalenderbörse
(mit u.a., Dost Buch- und CD Handlung SeberMuzik,
div. regionalen Veranstaltern und Künstlern)
geplant:
12.00 – 13.00 Uhr, Café OG West
Literatur
Lesung mit Cezmi Ersöz und Cetin Öner
12.00 - 13.00 Uhr, Zelt
Kindertheater
"Komm mit nach Istanbul!"
Theater Wundertüte
Eine musikalische Reise in die Türkei für Kinder ab 5 Jahren
Auf einem Kamel nach Istanbul? Na klar, mit der richtigen Musik ist das kein Problem! Und dann die Stadt entdecken: zu Fuß über die Galata-Brücke, einkaufen im Basar, mit der Fähre nach Üsküdar......und mit den Kindern aus Istanbul eine richtige Fete feiern!
Auch das geht natürlich nur mit ganz viel Musik. Komisch: unsere gesamte Reisegruppe, ob es nun Kinder aus Deutschland, Polen, Italien, Griechenland oder anderen Ländern sind, können ganz schnell türkische Lieder mitsingen, den Rhythmus klatschen und einen Halay tanzen!!! Türkisch - deutsches Liederprogramm für Kinder ab 4 Jahren
Türkische Lieder gesungen in türkisch und deutsch für Kinder aller Nationen und ihre Eltern.
Dauer ca. 60 Minuten
13.30, 15.00, 16.30, 18.00 Uhr, Bus auf dem Vorplatz
"Wir haben Glück gehabt" (AT)
Regie: Günfer Cölgecen
13.30 - 16.00 Uhr, Zelt
Film
Dokumentarfilme für Kinder und Jugendliche
Filme sehen und über Filme sprechen
Alle Kinder sind gleich: Alle haben zwei Arme, zwei Augen, einen Kopf, brauchen Luft, um zu atmen und was zu Essen, wenn sie Hunger haben. Und doch gibt es riesige Unterschiede: Zum Beispiel sehen nicht alle gleich aus, kommen nicht alle aus demselben Land und sie glauben an ganz verschiedene Dinge.
Wir könnten einfach so tun, als wären uns die "Anderen" ganz egal – wir könnten aber auch fragen: "Hey, wie lebst denn du so?".
Im Kinder- und Jugendkino gibt’s Filme, über Kinder und Jugendliche, die was zu erzählen haben und die uns zeigen, wie sie leben. Im Anschluss an jeden Film, gibt es die Möglichkeit für alle Zuschauer – ob groß oder klein - über den Film gemeinsam zu sprechen.
1. Religions-Geschichten. Drei Kinder – drei Religionen: Buddhismus, Hinduismus, Islam
Deutschland 2004 von Calle Overweg
3 x 6 min; ab 5 Jahre
2. „Ein Schrank in Teheran“
Deutschland, aus der Reihe "Kinderzimmer-Geschichten" aus "Die Sendung mit der Maus"
6 min; ab 5 Jahre
Zwei Schwestern zeigen uns ihre neue Wohnung in Deutschland: die ist viel, viel kleiner, als ihr Haus in Teheran. Doch von dort mussten die beiden mit ihren Eltern wegziehen.
3. „Schultausch – die islamische Schule“
Niederlande, 2003 von Ingeborg Jansen
15 min; ab 10 Jahre.
Asha geht eigentlich auf eine ganz „normale“ Schule. Aber sie macht bei einem Schultausch mit und verbringt eine Woche auf einer islamischen Schule. Hier erfährt sie viel von dem Glauben ihrer Mitschülerin und gewinnt auch neue Freundinnen – obwohl sie selbst eher nicht an Gott glaubt.
Der Film ist auf niederländisch und wird deutsch eingesprochen
Moderation: Aycha Riffi
In Kooperation mit doxs! - Dokumentarfilme für Kinder und Jugendliche und der Niederländischen Botschaft
15.00 - 16.30 Uhr, Halle 3
Konzert
Bengi Baglama Trio (Türkei)
Okan Murat Öztürk
Das Trio „Bengi Baglama Üclüsü“ hat das Herzstück der anatolischen Musik, die Baglama (Saiteninstrument), zum Hauptbestandteil ihrer Musik gemacht. Nationale und internationale Auftritte schmücken seit der Gründung im Jahre 1988 den musikalischen Werdegang von Okan Murat Öztürk, Özay Önal und Kenan Özdemir. Die anatolische Musik, die von der Baglama geprägt ist, ist ein wesentlicher Bestandteil der anatolischen Kultur. Das Saiteninstrument mit dem langen Hals und dem Korpus, hat eine jahrhunderte lange Tradition und ist Übermittler vieler Kulturen.
16.30 Uhr - ca19.00 Uhr, Zelt
Film
Blicke aus dem Ruhrgebiet trifft Flying Broom
„Blicke aus dem Ruhrgebiet“, das Bochumer Festival für Video und Film findet vom 24. bis zum 27. November zum 13. Mal statt und wird in einem Sonderprogramm Filme und FilmemacherInnen aus Istanbul vorstellen. Für MELEZ hat Blicke aus dem Ruhrgebiet in Kooperation mit dem Internationalen Frauen Film Festival in Ankara Flying Broom (Fliegender Besen) zwei Dokumentarfilme und ihre Regisseurinnen aus der Türkei eingeladen:
Sirtlarindaki Hayat (Leben auf ihren Schultern), TR 2004, 35 Min. - Original mit englischen Untertiteln
Buch und Regie: Yesim Ustaolu
Schauplatz des Films ist der Osten der Türkei, jenes karge Hochgebirgsland am Schwarzen Meer, das so beeindruckende Bilder liefert. Yesim Ustao?lu ist dort selbst aufgewachsen und hat ihren Film den Frauen in der Region gewidmet. Für diese hat sich in all den Jahren nichts geändert.
34 Taksi (34 Taxi), TR 2005, 51 Min. - Original mit englischen Untertiteln
Buch und Regie: Belmin Söylemez
„Wie komme ich nach Istanbul?“ „Sie sind in Istanbul.“ Die eurasische Millionenstadt aus der Perspektive von Taxifahrern, Taxifahrerinnen und ihren internationalen Fahrgästen.
19.30 - 19.45 Uhr, Foyer Halle 1
Festivalabschluss, Rede Jörg Stüdemann
Schlussakt
20.00 - 22.30 Uhr, Halle 4
Theater aus TR, Deutschlandpremiere
„Danton’un Ölümü - Dantons Tod“
Städtische Bühnen Istanbul.
Regie: Roberto Ciulli