Bei den Treffen im Rahmen des Arbeitsbesuchs wurden die aktuellen Probleme der türkischen Volksgruppe in West-Thrakien mit besonderem Fokus auf Bildung, Vereinigungsfreiheit und Religionsfreiheit zur Sprache gebracht.
Der Präsident der Föderation der West-Thrakien Türken in Europa (ABTTF), Halit Habip Oğlu, war vom 21.-22. April 2026 zu einem Arbeitsbesuch in Straßburg während der Frühjahrssitzung der Parlamentarischen Versammlung des Europarats (PACE).
Im Rahmen seines Arbeitsbesuchs traf sich Habip Oğlu, begleitet von Melek Kırmacı, Direktorin für Internationale Angelegenheiten der ABTTF, mit Petra Bayr, PACE-Präsidentin, Miapeta Kumpula-Natri, PACE-Vizepräsidentin und Vorsitzende der finnischen Delegation zu PACE, Frank Schwabe, Vorsitzender der Fraktion der Sozialisten, Demokraten und Grünen, Yıldırım Tuğrul Türkeş, PACE-Vizepräsident der PACE und Vorsitzender der türkischen Delegation zu PACE, den Mitgliedern der türkischen Delegation, dem Sekretariat des Ministerkomitees des Europarates und der Abteilung für die Vollstreckung von Urteilen des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte (EGMR).
Habip Oğlu betonte, dass Griechenland die Urteile des EGMR in der Fallgruppe Bekir-Ousta und andere bezüglich der Vereine der türkischen Volksgruppe in West-Thrakien seit 18 Jahren immer nicht vollstreckt hat, und merkte an, dass der EGMR im Fall „Sagir und andere“, der dem Kulturverein türkischer Frauen in der Präfektur Xanthi, der wegen des Wortes „türkisch“ in seinem Namen durch die griechischen nationalen Gerichte nicht registriert wurde, eingereicht wurde, Griechenland erneut aus den gleichen Gründen verurteilt hat.
Habip Oğlu wies darauf hin, dass die privaten und autonomen türkischen Grundschulen entgegen der durch den Vertrag von Lausanne von 1923 garantierten Bildungsautonomie der türkischen Volksgruppe von den griechischen Behörden unter dem Vorwand des Schülermangels geschlossen wurden, und fügte hinzu, dass die Zahl der türkischen Grundschulen in West-Thrakien von 188 im Jahr 2011 auf 83 im Schuljahr 2025-2026 gesunken ist.
Habip Oğlu unterstrich, dass Griechenland zwar nicht in die Organisation und Funktionsweise der orthodoxen christlichen Gemeinschaft – der laut Verfassung vorherrschenden Religion – und anderer offiziell anerkannter Religionsgemeinschaften im Lande eingreift, die von der türkischen Volksgruppe frei gewählten Muftis jedoch nicht anerkennt., und wies darauf hin, dass Griechenland die durch die Verträge garantierte religiöse Autonomie und Religionsfreiheit der türkischen Volksgruppe weiterhin verletzt, indem es Anfang 2026 einseitig einen Mufti für Didymoteicho ernanntet, obwohl die türkische Volksgruppe von Anfang an dagegen war, und nun auch noch die Ernennung von Muftis für Xanthi und Komotini einleitete.