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Batı Trakya

Ministerpräsident Mitsotakis war zu einem offiziellen Besuch in Ankara

12.02.2026

ABTTF-Präsident: „Als die türkische Volksgruppe in West-Thrakien wollen wir auch als Brücke zwischen unserem Land und unserem Mutterland fungieren. Leider ist dies aufgrund der von dem Staat geschürten Wahrnehmung eines „Feindes im Inneren“, indem unsere Volksgruppe zur Zielscheibe gemacht wird, nicht möglich. Wir fordern die Regierung auf, einen aufrichtigen, ehrlichen und dialogorientierten Ansatz in den Angelegenheiten zu verfolgen, die unsere Volksgruppe unmittelbar betreffen. Wie wir stets betont haben, ist keines der Probleme unserer Volksgruppe unlösbar, solange es Dialog und guten Willen gibt.“

Der Ministerpräsident Griechenlands, Kyriakos Mitsotakis war am 11. Februar 2026 zu einem offiziellen Besuch in Ankara. Er wurde vom Präsidenten der Republik Türkiye, Recep Tayyip Erdoğan empfangen.

Im Anschluss an hochrangige Gespräche im Präsidentenpalast leiteten Erdoğan und Mitsotakis das 6. Treffen des Hochrangigen Kooperationsrates zwischen Türkiye und Griechenland. Nach dem Treffen unterzeichneten Erdoğan und Mitsotakis eine gemeinsame Erklärung beider Länder.

Im Anschluss an die nicht-öffentlichen Gespräche gaben Erdoğan und Mitsotakis eine gemeinsame Pressekonferenz.

Auf der Pressekonferenz sagte Erdoğan, dass er und der Ministerpräsident Mitsotakis bei ihrem Treffen die Positionen beider Länder zur Ägäis und zum östlichen Mittelmeer erneut offen und ehrlich erörtert haben. „Die aktuellen Probleme zwar kompliziert, aber völkerrechtlich lösbar sind, solange guter Wille, konstruktiver Dialog und der Wille zur Lösung vorhanden sind“, so Erdoğan.

In seiner Rede bezog sich Erdoğan auch auf die türkische Volksgruppe in West-Thrakien und sagte: „Wir müssen unserer historischen Verantwortung gegenüber Minderheiten gerecht werden, die den menschlichen Kern unserer Beziehungen bilden. Ich habe dem Ministerpräsidenten unsere Erwartungen hinsichtlich der vollen Wahrung der Religionsfreiheit und der Bildungschancen der türkischen Minderheit von West-Thrakien mitgeteilt.“

Mitsotakis erklärte, dass sie sich anlässlich des 6. Treffens des Hochrangigen Kooperationsrates in Ankara befinden, und fügte hinzu, dass diese Treffen die Bedeutung und den Wert guter nachbarschaftlicher Beziehungen und des Dialogs beweisen.

Mitsotakis sagte, dass sie sich auf den Vertrag von Lausanne stützen, was die Minderheiten betrifft, und es sich in diesem Vertrag um eine religiöse Minderheit, die muslimische Minderheit in Thrakien, handelt. Er führte aus, dass die griechischen Muslime in Thrakien in großer Harmonie mit den Christen dort leben und vor dem Gesetz gleichgestellt sind, fügte hinzu, dass obwohl die Zahl der Angehörigen griechischer Minderheit in İstanbul zurückgegangen ist, sie ein lebendiger Bestandteil des kulturellen und sozialen Lebens des Landes bleibt. „Die Minderheiten in beiden Ländern können eine Brückenfunktion und ein Beitrag zum gegenseitigen Verständnis leisten“, so Mitsotakis.

„Der Präsident unseres Mutterlandes Türkiye und der Ministerpräsident unseres Landes Griechenland betonten in ihren Erklärungen die Bedeutung von Dialog und Zusammenarbeit in den bilateralen Beziehungen und bekräftigten nach ihren Treffen in Athen im Dezember 2023 ihre Entschlossenheit, die positive Agenda in den bilateralen Beziehungen fortzusetzen. Auf der anderen Seite verdrehte unser Ministerpräsident erneut die Tatsachen, indem er den Vertrag von Lausanne einseitig interpretierte. Wie in den Bestimmungen des Vertrags von Lausanne klar festgelegt, wird für die Minderheiten in unserem Mutterland ausschließlich der Begriff „nicht-muslimische Minderheiten“ verwendet. Wir möchten diese Gelegenheit nutzen, unseren Ministerpräsidenten nochmals daran zu erinnern. Als die türkische Volksgruppe in West-Thrakien wollen wir auch als Brücke zwischen unserem Land und unserem Mutterland fungieren. Leider ist dies aufgrund der von dem Staat geschürten Wahrnehmung eines „Feindes im Inneren“, indem unsere Volksgruppe zur Zielscheibe gemacht wird, nicht möglich. Wir fordern die Regierung auf, einen aufrichtigen, ehrlichen und dialogorientierten Ansatz in den Angelegenheiten zu verfolgen, die unsere Volksgruppe unmittelbar betreffen. Wie wir stets betont haben, ist keines der Probleme unserer Volksgruppe unlösbar, solange es Dialog und guten Willen gibt“, sagte Halit Habip Oğlu, Präsident der Föderation der West-Thrakien Türken in Europa (ABTTF).

*Foto: www.anadoluimages.com

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