ABTTF-Präsident: „Die Existenz der türkischen Minderheit von West-Thrakien ist eine unbestreitbare Tatsache. Wie wir stets betont haben, leben wir seit Jahrhunderten auf diesem Territorium, sind mit unserer türkischen Identität ein untrennbarer Bestandteil unseres Landes und stellen eine Bereicherung für dieses dar. Entgegen den Behauptungen von Dendias grenzt unser Land uns, die West-Thrakien-Türken, jedoch infolge seiner Verleugnungspolitik aus und uns als ‚nationale Bedrohung‘ betrachtet.“
Der Verteidigungsminister Griechenlands, Nikos Dendias, nahm am 13. Mai 2026 im Dorf Oraíon (Yassıören) der Gemeinde Myki (Mustafçova) in der Präfektur Xanthi an der Zeremonie zum Gedenken an die rund 65 Soldaten, die der türkischen Minderheit von West-Thrakien angehörten und während des Zweiten Weltkriegs auf den Schlachtfeldern im Einsatz fielen.
In seiner Rede auf der Gedenkfeier betonte Dendias, dass die Opferbereitschaft dieser Soldaten, die bei der Verteidigung Griechenlands ihr Leben ließen, einen unverzichtbaren Bestandteil des nationalen Gedächtnisses bildet, und merkte an, dass dir Region (West-)Thrakien, die der Treffpunkt der unterschiedlichen Kulturen ist, als Vorbild für ein harmonisches Zusammenleben dient.
Dendis wies darauf hin, dass die griechische muslimische Minderheit ein wertvoller und unverzichtbarer Bestandteil der nationalen Identität des Landes ist, und fügte hinzu, dass die nationale Einheit Griechenlands nicht auf Ausgrenzung, sondern auf Inklusivität, Gleichberechtigung, Anerkennung und Vertrauen gründet.
„Der Verteidigungsminister unseres Landes Griechenlands, Dendias, bezeichnete die türkische Minderheit von West-Thrakien als ‚muslimische Minderheit‘ und leugnete erneut die türkische Identität unserer Minderheit. Die Existenz der türkischen Minderheit von West-Thrakien ist eine unbestreitbare Tatsache. Wie wir stets betont haben, leben wir seit Jahrhunderten auf diesem Territorium, sind mit unserer türkischen Identität ein untrennbarer Bestandteil unseres Landes und stellen eine Bereicherung für dieses dar. Entgegen den Behauptungen von Dendias grenzt unser Land uns, die West-Thrakien-Türken, jedoch infolge seiner Verleugnungspolitik aus und uns als ‚nationale Bedrohung‘ betrachtet. Unser Land, das unsere Vereine mit dem Wort ‚Türkisch‘ in ihren Namen verboten hat, die bis 1983 legal und offiziell tätig waren, und die Neugründung weiterer Vereine verweigert, hat seit 18 Jahren die Urteile des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte in Bezug auf unsere Vereine immer noch nicht vollstreckt. Die durch den Vertrag von Lausanne von 1923 garantierte Bildungs- und Religionsautonomie unserer Minderheit wurde im Laufe der Jahre durch diverse Gesetze und Praktiken ausgehöhlt. Die autonomen und privaten türkischen Grundschulen in West-Thrakien werden geschlossen. Die von unserer Minderheit frei gewählten Muftis werden nicht anerkannt. Angesichts all dieser Fakten ist es leider unmöglich, von einer inklusiven und auf Gleichberechtigung basierenden nationalen Einheit zu sprechen, so wie Dendias dies behauptet“, sagte Halit Habip Oğlu, Präsident der Föderation der Westthrakien-Türken in Europa (ABTTF).
*Foto: www.anadoluimages.com