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Batı Trakya

Bildungsministerin Zacharaki ignorierte die Bildungsprobleme der türkischen Minderheit in West-Thrakien

06.05.2026

ABTTF-Präsident: „Die Bildungsministerin Zacharaki behauptet, dass unser Land Griechenland sein Bildungssystem rasch und zuverlässig umgestaltet; doch es ist offensichtlich, dass die Ministerin uns dabei einmal mehr ignoriert. Uns wurde durch den Vertrag von Lausanne von 1923 die Bildungsautonomie gewährt. Unsere Bildungsautonomie wurde jedoch infolge der staatlichen Eingriffe im Laufe der Jahre weitgehend ausgehöhlt. Bedauerlicherweise zielt die langfristige Politik des Staates nicht darauf ab, unser Schulsystem zu stärken, sondern es zu schwächen.“

Die Ministerin für Bildung, religiöse Angelegenheiten und Sport Griechenlands, Sofia Zacharaki, stellte bei dem „Skills Summit“ der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD), der vom 27.-28. April 2026 in İstanbul stattfand, die Umgestaltungsstrategie ihres Landes in den Bereichen Bildung und Kompetenzen vor und unterstrich die Bedeutung des lebenslangen Lernens im Bildungswesen.

Unter Verweis auf Reformen wie die Stärkung grundlegender Kompetenzen, die Integration von Künstlicher Intelligenz und digitaler Kompetenz in die Lehrpläne sowie die Entwicklung von Strategien für die berufliche Bildung und das lebenslange Lernen, führte Zacharaki aus, dass die Kompetenzentwicklung durch internationale Zusammenarbeit, die Aus- und Weiterbildung von Lehrkräften sowie den Einsatz europäischer Instrumente gefördert wird.

Zacharaki, die auch das Griechisch-Orthodoxe Patriarchat von Fener in İstanbul besuchte und dort von Patriarch Bartholomäus empfangen wurde, informierte über die neuen staatlichen Regelungen für Geistliche im Ausland sowie über die ergriffenen Maßnahmen zur Unterstützung des Unterrichts in griechischer Sprache.

„Die Bildungsministerin Zacharaki behauptet, dass unser Land Griechenland sein Bildungssystem rasch und zuverlässig umgestaltet; doch es ist offensichtlich, dass die Ministerin uns dabei einmal mehr ignoriert. Uns wurde durch den Vertrag von Lausanne von 1923 die Bildungsautonomie gewährt. Unsere Bildungsautonomie wurde jedoch infolge der staatlichen Eingriffe im Laufe der Jahre weitgehend ausgehöhlt. Bedauerlicherweise zielt die langfristige Politik des Staates nicht darauf ab, unser Schulsystem zu stärken, sondern es zu schwächen. Obwohl wir in der Präfektur Komotini die Bevölkerungsmehrheit und n der Präfektur Xanthi fast die Hälfte der Bevölkerung stellen, wird unsere Forderung nach zweisprachigen, türkisch-griechischen Minderheitenkindergärten seit Jahren ignoriert, und unseren Kindern wird somit das Recht vorenthalten, ihre Muttersprache Türkisch auf der Vorschulstufe zu erlernen. Im Widerspruch zu unserer Bildungsautonomie werden in der Region West-Thrakien die privaten und autonomen türkischen Grundschulen unter dem Vorwand des Schülermangels eine nach der anderen geschlossen. Unsere Forderung nach einem modernen Gebäude für die türkische Sekundar- und Oberschule in Xanthi bleibt unerfüllt, was zur Folge hat, dass die Schüler*Innen gezwungen sind, ihre Schulbildung in dem alten und unzulänglichen Bestandsgebäude fortsetzen müssen. Diese Beispiele belegen eindeutig die Doppelmoral und Diskriminierung, die unser Land den West-Thrakien Türken gegenüber in der Schulbildung sowie beim Zugang zu qualitativ hochwertiger Bildung an den Tag legt“, sagte Halit Habip Oğlu, Präsident der Föderation der West-Thrakien Türken in Europa (ABTTF).

*Foto: www.anadoluimages.com

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