ABTTF-Präsident: „Wir würden uns wünschen, dass sich der Patriarch Bartholomäus I. bei seinem nächsten Besuch in unserem Land an die Regierung wendet und dieselben konstruktiven Aussagen über unsere Minderheit wie in seinem Interview macht. Wie Bartholomäus I. selbst hervorhob, unternahm unser Mutterland in den letzten Jahren zahlreiche positive Schritte, um die Situation der griechisch-orthodoxen Minderheit zu verbessern. Unser Land hingegen beschneidet systematisch mittels verschiedener Gesetze und Praktiken die Rechte unserer Minderheit, die ihr durch bilaterale und internationale Verträge garantiert sind, ganz zu schweigen davon, positive Maßnahmen für unsere Minderheit zu ergreifen.“
In seinem Interview mit der Zeitung „Hürriyet“ am 12. Juni 2026 erklärte der griechisch-orthodoxe Patriarch von Fener, Bartholomäus I., dass die türkische Minderheit von West-Thrakien in Griechenland und die griechisch-orthodoxe Minderheit in der Türkei weder in Abhängigkeit von der Entwicklung der Beziehungen zwischen den beiden Ländern behandelt noch zu Geiseln politischer Konflikte gemacht werden sollten.
Unter Hinweis auf die in den letzten Jahren erzielten bedeutenden Fortschritte bei den Rechten und der Religionsfreiheit nicht-muslimischer Minderheiten in der Türkei erläuterte Bartholomäus I., dass sie als die Angehörigen der griechisch-orthodoxen Minderheit ebenso gleichberechtigt behandelt werden wollen wie alle anderen Bürger*innen der Republik Türkei, und zeigte sich zudem überzeugt, dass die Angehörigen der türkischen Minderheit von West-Thrakien denselben Wunsch hegen.
Mit Blick auf die weltweit stattfindenden Kriege und zahllosen bewaffneten Konflikte bezeichnete Bartholomäus I. den Krieg als schwere Sünde und betonte, dass die Lösung jeglicher Streitigkeiten ausschließlich im Dialog liegen muss.
„Als die ABTTF haben wir stets betont, dass die türkische Minderheit von West-Thrakien und die griechisch-orthodoxe Minderheit, die das durch den Vertrag von Lausanne von 1923 festgelegte gemeinsame Schicksal teilen, nicht als Verhandlungssache in den Beziehungen zwischen unserem Land, Griechenland, und unserem Mutterland, der Türkei, instrumentalisiert werden dürfen. Wir würden uns wünschen, dass sich der Patriarch Bartholomäus I. bei seinem nächsten Besuch in unserem Land an die Regierung wendet und dieselben konstruktiven Aussagen über unsere Minderheit wie in seinem Interview macht. Wie Bartholomäus I. selbst hervorhob, unternahm unser Mutterland in den letzten Jahren zahlreiche positive Schritte, um die Situation der griechisch-orthodoxen Minderheit zu verbessern. Unser Land hingegen beschneidet systematisch mittels verschiedener Gesetze und Praktiken die Rechte unserer Minderheit, die ihr durch bilaterale und internationale Verträge garantiert sind, ganz zu schweigen davon, positive Maßnahmen für unsere Minderheit zu ergreifen. Unser Land leugnet die ethnisch-türkische Identität unserer Minderheit und verbietet unsere Vereine, die das Wort „türkisch“ in ihren Namen führen. Während Bartholomäus I. vom Präsidenten unseres Mutterlandes auf höchster Ebene empfangen wird, erkennt unser Land die von unserer Minderheit frei gewählten Muftis nicht an und wandelt entgegen unserer religiösen Autonomie unsere Mufti-Ämter in gewöhnliche Behörden um“, sagte Halit Habip Oğlu, Präsident der Föderation der West-Thrakien Türken in Europa (ABTTF).
*Foto: www.anadoluimages.com