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Integration aus der Sicht der ABTTF - 13.12.2005


Seit dem 2. Weltkrieg bis heute entwickelt sich Westeuropa durch die Migration von verschiedenen Geo-graphien rasch in eine Region der kulturellen und sozialen Vielfalt. Trotz der Schwierigkeiten wegen den gewohnten alten verkrusteten Formen und dem schnellen Verfall, ist die Prüfung für die Zukunft viel-sprechend, die man in der Transformation der sozialen Konstruktion des 21. Jahrhunderts vor allem in Deutschland gibt. Vor allem wenn man hinter den kleinen aber wichtigen Schritten steht, die in den letzten 8-10 Jahren getätigt wurden, werden sie zu den festen Grundsteinen der Zukunft werden. Ein gutes Beispiel trotz ihrer Mängel ist die am Anfang des Jahres in Deutschland in Kraft getretene Zuwande-rungsgesetz, wo Deutschland als ein Einwanderungsland erklärt wird. Wenn man das Arbeitskräfteabkommen mit Italien 1955 als Beginn annimmt, hat die Migrationsgeschichte 50 Jahre hinter sich. Die seitdem gemachten Fehler und Mängel machen heute einen festen politischen und sozialen Willen unumgänglich, um die heutigen Schwierigkeiten zu bewältigen. Als türkische Migranten aus Griechenland in Deutschland, erklären wir offen, dass wir zusammen mit den anderen türkischen Migranten in diesem Land den nötigen sozialen Willen bei diesem Thema zu Tage legen und auch fortsetzen wer-den. Mit dem Glauben, dass derselbe Wille auch in der deutschen Gesellschaft vorhanden ist, sind wir zu allen gemeinsamen Arbeiten bereit.

In der Transformationskrise von multireligiösen, multikulturellen und vielfarbigen Gesellschaften sind zwei Begriffe sehr wichtig: Assimilation und Integration. Wenn wir die Begriffe „Marmor“ und „Mosaik“ als Symbole für zwei verschiedene soziale Gebilde betrachten, dann ist Assimilation das Schlüsselwort für heute veraltete Gesellschaften mit dem Ziel einer Nation, einer Kultur, einer Farbe, einer Sprache und einer Religion und dabei werden keine Verschiedenheiten geduldet. Diese soziale Einheit, die einem glatten Marmorstück ähnelt, hat als Ziel ein Gebilde, wo die Individuen ihre Identitäten verlieren und wo die Mikro-Teile sich nicht mehr unterscheiden und zu einem Teil zusammengewachsen sind. Im Gegen-satz dazu ist Integration der Begriff der mosaikhaften Gesellschaften. Die Integration hat als Ziel die Wahrung der eigenen Identitäten der kleinen Einheiten, die ein Teil der Harmonie des Ganzen darstel-len. Noch deutlicher ausgesprochen sind Assimilation und Integration, fälschlicherweise nicht zwei verschiedene Formen eines Begriffes, sondern gehören zu zwei völlig gegensätzlichen Bereichen.

Bevor wir unsere Projekt-Vorschläge zur Integration darlegen, wollten wir unsere Definition von Integration erklären. Wir bitten darum, unsere Projekte im Rahmen dieser Definition zu bewerten.

Als Zusatz zur Definition von Integration ist noch anzumerken, dass die Integration das Bindemittel von Gebilden ist, die von Verschiedenheiten ein Ganzes errichten wollen und sie ist vielfältig. Für eine wahre Integration reicht es nicht aus, nur die Sprache zu können oder religiös-soziale Toleranz zu entwickeln. Um zum Ziel der Integration zu gelangen, muss man bei der Wirtschaft, der Kultur, der Religion, den sozialen Rechten, der Chancengleichheit und anderen Themen stetige Schritte tätigen. Deswegen schlagen wir die Realisierung folgender Projekte vor.

Sprachliche Integrationsprojekte:

Die Sprache ist das Hauptkommunikationsmittel der Gesellschaft und bildet eines der wichtigsten Schritte der Integration. In diesem Zusammenhang braucht man gut funktionierende, vor allem für Frauen und Personen im mittleren Alter konzipierte Deutsch-Sprachkurse, die mit dem Alltag dieser Menschen harmonisiert.

Aus der Realität heraus, dass eine gute Beherrschung der Muttersprache die Erlernung einer zweiten Sprache erleichtert, ist es sehr wichtig, vor allem für die Jugendlichen der zweiten und dritten Generation Muttersprachlichen Ergänzungsunterricht anzubieten. Man sollte sogar die deutschen Jugendlichen dazu motivieren, bei diesen Kursen teilzunehmen, damit die Jugendlichen sich dabei näher kennen lernen können und damit die fremden Sprachen zur Bereicherung der sozialen Gebilde verbreitet werden.

Unsere Erfahrung in diesem Gebiet zeigt, dass kostenlose Kurse nicht seriös sind und kein Zuspruch finden und nicht ergiebig funktionieren. Deswegen ist es sinnvoll einen symbolischen Beitrag festzulegen, erfolgreichen Kursteilnehmern die gezahlten Beiträge wieder zurückzuzahlen und mit dem Fond von den gesammelten Beiträgen Preise zu verteilen. Bestrafende Maßnahmen sind pädagogisch nicht ertragreich und führen dazu, dass man das Erlernte schnell wieder vergisst. Dies zeigen wissenschaftliche Studien und unsere Erfahrungen. Eine Motivation wäre, wenn für die arbeitenden Personen, die Kurs-zeiten als Arbeitszeiten gelten würden.

Kommunikationsprojekte zwischen den Migranten:

Die Vereine vertreten die in Deutschland lebenden Migranten und sollten untereinander kommunizieren können und brauchen eine gemeinsame Basis um bei ihren Aktivitäten zu kooperieren. Diese gemeinsa-me Basis wird durch eine an sich deutschsprachige monatlich erscheinende Zeitung oder Zeitschrift gewährleistet, die auch Beilagen in den Sprachen der Migranten beinhaltet. Diese Veröffentlichung wird die Verbreitung der Projekte zugunsten der Integration bewerkstelligen und langfristig durch die Anzeigen sich selber finanzieren. Für so ein Projekt sind wir als eine Institution, die auf Deutsch, Türkisch, Griechisch und Englisch veröffentlicht, bereit, mit unserer Erfahrung technischen Beistand zu leisten. Wir sind dafür, dass diese Veröffentlichung hauptsächlich in gedruckter Form erscheint und an den Treffpunkten der Migranten kostenlos verteilt wird. Es ist uns wichtig, dass alle Ausgaben auch über das Internet abrufbar sind. Die Unterstützung der Stadtverwaltung bei der direkten Versorgung über den Postweg wird dieses Unterfangen stärken.

Jugendprojekte:

Um die zweite und dritte Generation der jungen Migranten von schlechten Gewohnheiten und Straftaten fernzuhalten und sie in den Integrationsprozess einzubinden, sind eine Reihe von Vorkehrungen zu tref-fen.

Weil die Jugendlichen sozial benachteiligt sind, werden sie aus dem sozialen Rahmen und aus dem Integrationsprozess rausgedrängt. Der erste Schritt um diesen Nachteil zu beseitigen ist die Bereitstellung der Möglichkeit für die Jugendlichen, eine Ausbildung zu kriegen. In diesem Zusammenhang ist der täglich wachsende Ethno-Markt eine gute Möglichkeit, um Ausbildungsplätze zu schaffen. Es ist notwendig, durch eine neu zu schaffende Einheit den Dialog zwischen den Betrieben, die Ausbildungsplätze anbie-ten, und den Jugendlichen zu schaffen und sie zu beraten.

Ein weiterer Schritt, die Migranten und deutschen Jugendlichen zusammenzubringen, um den Dialog unter ihnen zu stärken, und die Jugendlichen von schlechten Angewohnheiten fernzuhalten, ist die Gründung eines Sportvereins unter Mitwirkung aller Vereine. Dieser Sportverein, wo die Jugendlichen ihre Freizeit verbringen können, wird ihre Attraktivität steigern, wenn die Mitglieder Privilegien bei der Nutzung der städtischen Sozialanlagen genießen können.

Stärkung der Vereinsstruktur:

Die grundlegenden Institutionen, wo die Migranten zusammenkommen und vertreten werden können, sind die Vereine, die seit dem Anfang der 1980er Jahre wichtige Schritte in der Organisation gemacht haben. Trotzdem haben es diese jungen Strukturen nicht geschafft, ihre Erfolge im kulturellen Bereich, als Einflussgruppe in der Politik wiederzuspiegeln. Um die gemeinsamen Erwartungen besser wiederspiegeln zu können ist es notwendig, dass die Vereine mehr Menschen umfassen und koordinierter arbeiten.

Damit die Vereine zu Anziehungspunkten werden, wird die bereits angesprochene Veröffentlichung sehr nützlich sein. Darüber hinaus werden Vorteile und Privilegien, die den Vereinsmitgliedern bei den städti-schen Diensten gewährt werden, die Organisation um die Vereine aktivieren. Eine weitere Vorkehrung um das Leben der Vereine zu verlängern ist es, die Jugendlichen an diese Vereine zu ziehen. Aus diesem Grund werden Jugendräume in den Vereinen mit Getränken zu verbilligten Preisen und kostenlosem Internet-Anschluss dazu führen, dass die Vereine zu Treffpunkten für Jugendliche werden.

Wirtschaftliche Integration:

Die in Deutschland ansässig gewordenen Migranten haben in den letzten Jahren immer mehr investiert und haben Betriebe in allen wirtschaftlichen Bereichen eröffnet. Wir wollen noch mal unseren Glauben verkünden, dass die Förderung dieser Entwicklung in der Mikro- und Makroebene notwendig ist, weil steigender Wohlstand auch die Integration beschleunigen wird. Aber Unerfahrenheit im wirtschaftlichem Gebiet verkürzt die Lebensdauer der Betriebe und die Konzentration auf einige wenige Bereiche führt zu destruktivem Wettbewerb und zu Konkursen, die dann viele Menschen davon abhält, zu investieren. In diesem Zusammenhang muss den Unternehmern mehr Beratung zur Verfügung gestellt werden.

Religiöser Dialog:

Eines der Haupthindernisse der Integration sind die seit dem 11. September verhärteten religiösen Vor-urteile. Bei der Identität der Migranten stellt die Religion den Hauptkern dar und sie ist kein Streitfaktor, sondern ein einigender Faktor. Deswegen ist es notwendig, Arbeiten zugunsten der Integration zu ver-mehren.

Allgemeine Beratungsdienste:

Für die Bewältigung der alltäglichen Probleme der Migranten sind rechtliche und soziale Beratungs-dienste notwendig. Es ist bekannt, dass vor allem Personen, die in das Rentenalter gekommen sind oder Rentner sind, vor allem bei Themen wie Gesundheit, Rente und ähnlichen bürokratischen Themen Schwierigkeiten haben. Der steigende Wohlstand unter den Migranten wird einen positiven Effekt auf die Integration haben. Deswegen sollten Beratungsstellen in diesem Bereich errichtet werden.




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