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Präsidents Kolumne - 11.04.2019

Der Weg zur Lösung der Probleme: Athen!


Liebe Leser,

Um die Probleme der türkischen Gemeinschaft in West-Thrakien, die gemäß dem Vertrag von Lausanne das Recht auf bilinguale Schulbildung in türkischer und griechischer Sprache in ihren eigenen Schulen hat, bezüglich der zweisprachigen Minderheitenschulbildung aufmerksam zu machen, haben wir als die West-Thrakien Türken Anfang März einen Workshop sowie eine Konferenz zum Thema zweisprachige Schulbildung in Komotini, Griechenland organisiert.

An diesem Event nahmen Experten/Innen aus unserem Mutterland Türkei, unserem Land Griechenland und verschiedenen europäischen Ländern teil. Für die Konferenz reiste auch der Sonderberichterstatter für Minderheitenfragen der Vereinten Nationen (UN) Prof. Fernand de Varennes UN in Komotini an.

Zweitens haben wir am 20. März 2019 gemeinsam mit der Europäischen Freien Allianz (EFA) eine Konferenz im Europäischen Parlament (EP) in Brüssel organisiert.

Der Gastgeber der Konferenz mit dem Titel “Grundlegende Probleme im Bildungsbereich, denen die Minderheiten in Europa gegenüberstehen: Vergleich der Beispiele von West-Thrakien Türken und der deutschen Minderheit in Dänemark” war der Europaabgeordnete Josep-Maria Terricabras, stellvertretender Fraktionsvorsitzender der Grünen/EFA und Vorsitzender der EP-Intergruppe für Traditionale Minderheiten, Nationale Gemeinschaften und Sprachen.

Auf der Konferenz haben Käthe Freiberg-Nissen, Pädagogisch-Administrative Konsulentin beim Deutschen Schul- und Sprachverein (DSSV) für Nordschleswig aus Dänemark, Anke Tästensen, DSVV-Geschäftsführerin Dr. Alex Riemersma, Leiter des Fachbereichs für Friesisch und Mehrsprachigkeit in der Bildung der NHL Stenden-Universität aus den Niederlanden jeweils einen Redebeitrag über die Best Practices bezüglich der Minderheitenbildungssysteme in Europa gehalten.

Demgegenüber stand unser zweisprachiges Minderheitenbildungssystems, das infolge der unzähligen Interventionen Griechenlands eine niedrige Qualität aufweist, als das schlechte Beispiel. Dr. Pervin Hayrullah, Generaldirektorin der Kultur- und Bildungsgesellschaft der Minderheit von West-Thrakien (BAKEŞ-PEKEM), brachte historisch, aktuell und zukunftsweisend diesen schlechten Zustand unseres Minderheitenbildungssystems zum Ausdruck.

An der Konferenz nahmen die Diplomaten/Innen unseres Mutterlandes teil, aber bedauerlicherweise die der ständigen Vertretung unseres Landes in Brüssel nicht.

Jedoch waren die Europaabgeordneten aus unserem Land, Miltiadis Kyrkos von der POTAMI-Partei, Eleftherios Synadinos von der rassistischen Partei Patriotische Radikale Union (P.A.T.R.I.E), Georgios Epitideios von der rassistischen Partei Goldene Morgenröte sowie der Assistent von Manolis Kefalogiannis von der Partei Nea Demokratia als Zuhörer auf der Konferenz anwesend.

Eleftherios Synadinos, der damals während der Konferenz zum Thema Vereinigungsfreiheit, die wir 2016 gemeinsam mit der in Griechenland lebenden mazedonischen Minderheit im Europäischen Parlament organisiert haben, den Saal stürmte, hörte diesmal den Rednern zu und verfolgte alle Beiträge bis zum Ende der Konferenz. Zum Schluss der Konferenz ergriff Synadinos das Wort und sagte, dass das Thema der Konferenz nicht im Zusammenhang mit dem Vertrag von Lausanne steht, und uns beschuldigt, dass wir Propaganda machen. Ferner warf er auch unserem Mutterland Türkei vor, dass es sich mittels West-Thrakien Türken in die inneren Angelegenheiten Griechenlands einmischt.

Obwohl wir bis jetzt keine Rückmeldungen von den Europaabgeordneten unseres Landes erhalten haben, als wir sie, mit Ausnahme von denjenigen der Goldenen Morgenröte, um einen Gesprächstermin baten, nahmen diese an unserer Konferenz im Europäischen Parlament teil.

Es scheint, dass sie uns in Brüssel nicht verhindern können, und daher denken, dass sie zumindest vor Ort präsent sein und das Feld nicht den anderen überlassen sollten.

Diese Europaabgeordneten wiederholten die offizielle These des griechischen Staates, anstatt uns aufrichtig zuzuhören.

In einem ruhigen und gemäßigten Ton führten wir die Fakten nacheinander auf, anstatt offensive Antworten auf ihre provokanten Fragen zu geben.

Wir sagten immer wieder und unterstrichen, dass die Lösung unserer Probleme in Athen liegt.

Wir erklärten, dass unser Staat dafür einen gut gemeinten Lösungsansatz haben sollte.

Und auf dem Treffen zur menschlichen Dimension der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) am 01.-02. April brachten wir unsere Probleme im Religionsbereich zum Ausdruck.

Wir erklärten erneut in einem gemäßigten Ton, dass der griechische Staat uns unser Recht wegnahm, unsere eigenen Religionsoberhäupter, i.e. Muftis, selbst zu wählen.

Darauf antwortete Griechenland, dass es in keinem der muslimischen Länder die Muftis gewählt werden.

Allerdings weiß unser Land Griechenland ganz genau, dass der Vergleich mit der Wahl des Patriarchen der griechisch-orthodoxen Minderheit in İstanbul in der Türkei vorzunehmen ist, nicht mit den anderen muslimischen Ländern.

Aber wie immer versucht Griechenland, die Wahrheit zu ignorieren oder zu verzerren.

Griechenland versteckt sich hinter dem Vorwand, dass die Wirtschaftskrise oder allgemeinen Ungleichheiten im Lande für alle gelten, anstatt zu akzeptieren, dass die West-Thrakien Türken systematisch diskriminiert werden.

Es behauptet, dass wir, weil wir Abgeordnete im griechischen Parlament haben, uns an allen Angelegenheiten beteiligen können.

Wenn wir erklären, dass unsere Abgeordneten kein Mitglied unserer eigenen politischen Partei oder keine unabhängigen Abgeordneten sind, sondern an die Programme der jenen Mehrheitsparteien, denen sie angehören, und die Parteidisziplin gebunden sind, sagen sie: „Dann stimmt ihr nicht für sie!“

Dank unserem seit Jahren auf internationaler Bühne geführten Kampf, sind die West-Thrakien Türken heute allen mehr oder weniger bekannt, und es scheint, dass unser Land Griechenland deswegen anfing, wenn auch widerwillig, uns als Gesprächspartner zu akzeptieren, um nicht mehr in Schwierigkeiten zu geraten.

Und das zeigt, dass wir auf dem richtigen Weg sind!

Passen Sie gut auf sie auf!

Mit freundlichen Grüßen


Halit Habip Oğlu
ABTTF-Präsident
 


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