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ABTTF führte mit der Teilnahme europäischer ExpertenInnen einen Studienbesuch nach West-Thrakien durch - 20.09.2018




Die europäische Delegation aus VertreternInnen der Minority Rights Group Europe, einer der führenden internationalen Organisationen im Bereich der Minderheitenrechte, untersuchte vor Ort die Probleme der türkischen Gemeinschaft in West-Thrakien sowie die aktuellen Ereignisse in der Region.

Die Föderation der West-Thrakien Türken in Europa (ABTTF) hat vom 17.-20. September 2018 einen Studienbesuch nach West-Thrakien, Griechenland durchgeführt. Die Delegation des Studienbesuchs, an dem seitens der ABTTF der Vizepräsident Serdar Kalekoğlu, die Direktorin für internationale Angelegenheiten Melek Kırmacı Arık sowie Fatma Ahmetcik, Mitglied der internationalen Arbeits- und Lobbygruppe, teilgenommen haben, bestand aus Neil Clarke, Geschäftsführer der Minority Rights Group (MRG) Europe und Leiter für Europa- und Zentralasien-Programme, und Anna Alboth, Koordinatorin für Media-Programme der MRG Europe.

Am ersten Tag des Studienbesuchs traf die Delegation zunächst mit der Vorsitzende des Kulturvereins der türkischen Frauen der Präfektur Rodopi Hülya Emin zusammen. Unmittelbar danach hat die Delegation İbrahim Şerif, den gewählten Mufti von Komotini und gleichzeitig den Vorsitzenden des Beratungsausschusses der Türkischen Minderheit von West-Thrakien (BTTADK), in seinem Büro besucht, und sich nach dem Hintergrund der Mufti-Frage in West-Thrakien erkundigt. Bei dem Treffen wurde der Delegation mitgeteilt, dass die türkische Gemeinschaft in West-Thrakien den Entwurf zum Präsidialdekret vom 28.08.2018 gänzlich ablehnt und fordert, dass er zurückgezogen wird, da das Mufti-Amt durch diesen Entwurf entmachtet wird, indem die Mufti-Ämter in West-Thrakien mit autonomer Struktur in Staatsbehörden umgewandelt werden.

Bei dem gemeinsamen Treffen mit dem Türkischen Lehrerverband von West-Thrakien (BTTÖB), der Vereinigung der Universitätsabsolventen der Minderheit von West-Thrakien (BTAYTD) und der Kultur- und Bildungsgesellschaft der Minderheit von West-Thrakien (BAKEŞ), dessen Gastgeber der BTTÖB war, wurden die Probleme der Angehörigen der türkischen Gemeinschaft in West-Thrakien im Bildungsbereich auf allen Ebenen sowie diesbezüglichen Forderungen der Gemeinschaft zum Ausdruck gebracht. Danach traf sich die Delegation mit dem Bürgermeister von Iasmos (Yassıköy) İsmet Kadı und wurde über die Dienstleistungen der Stadtgemeinde informiert, wobei es unterstrichen wurde, dass die Stadtgemeinde ihren türkischen und griechischen Einwohnern die gleichen Dienstleistungen zur Verfügung stellt. Bei dem Treffen wurde auch erwähnt, dass der Bürgermeister Kadı in jüngster Vergangenheit festgenommen, und aus unterschiedlichen Gründen mehrere Male vorgeladen wurde, um auszusagen.

Anschließend hat die Delegation die Türkische Jugendunion von Komotini (GTGB) besucht und sich über die Geschichte und Tätigkeiten der Union informiert, die wegen des Wortes „Türkisch“ in ihrem Namen geschlossen wurde. Danach ging es zur Zentrale der Freundschaft, Gleichheit und Frieden (DEB) Partei in Komotini. Bei dem Treffen hier wurden die Gründungsgeschichte und Erfolge der DEB-Partei bei den Europawahlen im Mai 2014 sowie die Probleme bezüglich der landesweiten 3%-Wahlhürde in Griechenland, die auch für unabhängige Kandidaten gilt, zum Ausdruck gebracht, und die Statistiken über die Auswirkungen der wirtschaftlichen Krise in Griechenland auf die Region West-Thrakien mit der Delegation geteilt.

Am zweiten Tag des Studienbesuchs traf die Delegation zunächst mit dem gewählten Mufti von Xanthi Ahmet Mete in seinem Büro zusammen. Bei dem Treffen wurde die Delegation über die Mufti-Frage in West-Thrakien, das „240-Imam-Gesetz“ und den Entwurf zum Präsidialdekret, der die Restrukturierung der autonomen Mufti-Ämter sowie die Einführung neuer Arbeitsabläufe dort vorsieht, informiert. Anschließend besuchte die Delegation die Türkische Union von Xanthi (İTB), die wegen des Wortes „Türkisch“ in ihrem Namen geschlossen wurde, deshalb vor den Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte (EGMR) zog und den Fall gewann. Während des Besuchs informierte sich die Delegation über den İTBs laufenden Kampf vor Gericht sowie ihre Tätigkeiten.

Im Rahmen des Studienbesuchs traf die Delegation zuletzt mit dem Bürgermeister von Myki (Mustafçova) und gleichzeitig den BTTADK-Vizevorsitzenden Cemil Kabza zusammen. Bei dem Treffen wurde die Delegation über die Arbeit der Stadtgemeinde, deren gesamte Einwohnerschaft türkischer Abstammung ist, sowie über die politische Vertretung der türkischen Gemeinschaft in West-Thrakien auf lokaler Ebene informiert.
 


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