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Präsident - 18.07.2018

Ist es für uns nicht an der Zeit, selbstbewusster zu sein und mutigere Schritte zu unternehmen als bisher?


Liebe Leser,

Am 24. Juli, seinem Todestag, werden wir an den hochverehrten Dr. Sadık Ahmet, der im Kampf der türkischen Gemeinschaft in West-Thrakien um Rechte und Freiheiten die Führungsrolle übernommen hatte, an seinem Grab mit Respekt und Ehrfurcht gedenken.

Als Dr. Sadık Ahmet im Jahr 1995 bei einem Autounfall umkam, haben wir als türkische Gemeinschaft in West-Thrakien unseren Anführer in unserem Kampf verloren. Bei dieser Gelegenheit erbitte ich nochmal den Segen des Gottes für unseren Anführer. Möge er in Frieden ruhen.

Bedingt durch den Tod von Dr. Sadık Ahmet war der Kampf der West-Thrakien Türken unvollendet geblieben. An dieser Stelle haben wir als West-Thrakien Türken, die in Griechenland, Deutschland und der Türkei leben, unseren Kampf fortgesetzt, und setzen ihn noch heute fort.

Aber ich habe in den letzten 27 Jahren, in denen ich mich aktiv an unserem Kampf beteiligt habe, viele Male gesehen und erlebt, dass unser Land Griechenland gegenüber den West-Thrakien Türken keine umsichtige und gutgemeinte Politik betreibt.

Unser Land grenzt die West-Thrakien-Türken aus, bezeichnet uns als eine Bedrohung und hat immer versucht, uns gegenüber eine unaufrichtige und Fakten verzerrende Politik zu betreiben.

Ich hatte Euch im letzten März, in dem wir das 30-jährige Jubiläum unserer Föderation gefeiert haben, von dieser Tatsache erzählt, und in meinem Aufsatz vom 6. März 2018 Folgendes geschrieben:

In West-Thrakien muss ein neuer Zeitabschnitt beginnen!

Ich möchte noch einmal wiederholen: In unserem Kampf um Rechte müssen wir einen neuen Prozess starten!

Denn es wurde nicht mal ein Schritt nach vorne gemacht.

Aus diesem Grund bin ich der Meinung, dass wir als West-Thrakien-Türken die gegenwärtige Situation zu unseren Gunsten ändern sollten.

Vor allem müssen wir uns in diesem Land, in dem wir seit Jahrhunderten leben, sichtbar machen. Im politischen und kulturellen Bereich müssen wir die Sichtbarkeit der West-Thrakien-Türken sicherstellen, indem wir aus der Region West-Thrakien rauskommen.

Die Organisationen, die in ganz Griechenland aktiv sind, und das griechische Volk sollten uns genau kennenlernen.

Also, wie machen wir das?

Wir können zeigen, dass wir auch einer der Hauptbestandteile dieses Landes sind, indem wir uns im kulturellen Bereich an allen kulturellen Veranstaltungen im ganzen Land beteiligen. Und dies können wir durch unsere politische Präsenz auf lokaler Ebene tun. Durch unsere Gemeinden in Komotini, Xanthi, Iasmos, Arriana, Myki und Sapes müssen wir sagen: „Wir leben auch hier und sind Teil dieses Landes“.

Auf diese Weise werden wir durch diese Kulturbrücke einen Dialog mit dem griechischen Volk aufbauen.

In den Städten wie Athen, Thessaloniki oder Kavala und im ganzen Land werden wir die Kultur der West-Thrakien Türken vorstellen und somit zeigen, dass wir keine Bedrohung für das Land sind. Außerdem werden wir damit auch der Annäherung zwischen türkischer und griechischer Bevölkerung beitragen.

Im politischen Bereich können wir durch Teilnahme unserer politischen Partei an den lokalen, regionalen und allgemeinen Wahlen in Kooperation mit unseren in der Region West-Thrakien aktiven Institutionen und Organisationen Präsenz zeigen.

Dadurch können wir sagen: „Wir leben auch hier! Gegen unseren Willen und ohne uns dürft ihr keine Entscheidungen treffen!“

Ich möchte hierdurch nochmal darauf hinweisen, dass unsere politische Partei, die Freundschaft, Gleichheit und Frieden (DEB) Partei, im Mai 2014 an den Wahlen zum Europäischen Parlament mit dem Slogan „Europa, Europa, hör unsere Stimme!“ teilgenommen hatte und in den Präfekturen Rodopi und Xanthi in West-Thrakien als Sieger aus den Wahlen hervorgegangen war. Außerdem hatte sie den dritten Platz in der gesamten Region Ost Makedonien und Thrakien erringen können.

Jetzt müssen wir auch dasselbe tun. Wir müssen mit unserer Partei sowohl an den regionalen als auch an den allgemeinen Wahlen teilnehmen.

Wir haben das Potenzial, bei den regionalen Wahlen die dritte, vielleicht sogar die zweite politische Macht zu werden.

Trotz der Tatsache, dass wir bei den Parlamentswahlen die Drei-Prozent-Hürde nicht überwinden werden können, müssen wir an diesen Wahlen teilnehmen, um unsere politische Präsenz zu zeigen. Es muss mit den anderen politischen Parteien um Wählerstimmen konkurriert werden, indem unsere potentielle politische Macht in den Vordergrund gestellt wird. Langfristig sollte versucht werden, die Möglichkeit für Verhandlungen mit anderen Parteien am selben Tisch zu erschaffen.

Mir ist bewusst, dass es ziemlich schwierig ist, dies zu verwirklichen, aber wir müssen umgehend handeln, damit wir Mitspracherecht haben.

Als eine Gemeinschaft, die volles Selbstvertrauen besitzt und auf ihren eigenen Füßen stehen kann, müssen wir an uns selbst glauben.

Durch die volle Unterstützung unserer Gemeinschaft müssen wir wie bei den letzten Wahlen zum Europäischen Parlament unsere politische Macht demonstrieren und Präsenz zeigen.

Wenn es uns verwehrt bleibt, im Parlament Politik zu betreiben, bringen wir dann die Politik näher an die Bürger. Wie wird das erfolgen?
Wenn wir beginnen zu agieren, um unsere politische Macht zu demonstrieren, werden alle Augen auf uns gerichtet sein. Die Fernsehsender, Radios und Zeitungen werden über uns berichten. Durch dieses Echo in den Medien des Landes werden wir uns die Möglichkeit geschaffen haben, uns selbst vorzustellen!

Dadurch können wir selbst, nicht andere, die neuesten Entwicklungen in der Region an die Öffentlichkeit tragen, indem wir der voreingenommenen Berichterstattung über uns in den Mainstream-Medien ein Ende setzen. Dabei müssen wir selbstverständlich in jeder Hinsicht bereit sein. Wir müssen in der Lage sein, die Tagesordnung selbst zu bestimmen und immer darauf zu bleiben, indem wir alle neuesten technologischen Werkzeuge geschickt einsetzen.

Es sollte unser Ziel sein, im ganzen Land unsere Präsenz zu zeigen, indem wir von West-Thrakien raus kommen!

Wir müssen zeigen, dass wir kein anderes Interesse haben, als in diesem Land so zu leben, wie wir es verdienen, und zum Ausdruck bringen, dass wir hierzulande viele gemeinsame Werte teilen, indem wir auf der gesellschaftlichen Ebene unseren Dialog mit der Mehrheitsbevölkerung verstärken.

Und im politischen Bereich sollten wir genau aufpassen, dass wir nicht für die Tagesordnung instrumentalisiert werden, sondern müssen unsere Probleme selbst zum Ausdruck bringen, indem wir durch unsere politische Macht, die wir besitzen, die Tagesordnung selbst bestimmen!

Ich denke, wir sollten jetzt auch so versuchen. Ist es für uns nicht an der Zeit, selbstbewusster zu sein und mutigere Schritte zu unternehmen als bisher?

Was haltet Ihr davon?

Mit freundlichen Grüßen


Halit Habip Oğlu
ABTTF-Präsident
 


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