
Mit diesem Beschluss hat die größer gewordene Europäische Union wiederum bewiesen, dass sie handlungsfähig ist. Die Beitrittsverhandlungen mit der Türkei werden mit dem Ziel eines Beitritts geführt. Sie sind aber auch ein Prozess, dessen Ausgang sich nicht im Vorhinein garantieren lässt.
Am zweiten Tag des Europäischen Rates in Brüssel haben die Staats- und Regierungschefs der Europäischen Union nach intensiven Gesprächen die Aufnahme von Beitrittsverhandlungen mit der Türkei beschlossen. Sie sollen ab dem 3. Oktober 2005 beginnen und mit dem Ziel des Beitritts der Türkei nach dem Jahr 2014 geführt werden.
Die Türkei hat sich bereit erklärt, das Protokoll zur Zollunion zwischen der EU und der Türkei vor Aufnahme der Beitrittsverhandlungen zu unterzeichnen. Die EU hat im Gegenzug betont, dass damit keine formale Anerkennung Zyperns entsteht. Dennoch ist auf diese Weise ein weiterer Schritt zur Normalisierung der Beziehungen zwischen der Türkei und Zypern erreicht worden.
"Natürlich sind Fakten geschaffen worden, aber eine rechtlich-formale Anerkennung ist damit nicht verbunden", sagte Bundeskanzler Gerhard Schröder bei einer anschließenden Pressebegegnung.
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